Thomas Mann „Meerfahrt mit Don Quijote“, ein schmales gebundenes Buch aus dem Fischer-Verlag. Ein „Mängelexemplar“. Ich schlage es auf und finde eine Widmung von mir an mich selbst: „Berlin, Alexanderplatz, März 2004“  Ich sehe alles wieder vor mir, den Platz, den Himmel über dem Platz an dem Tag, als ich das Buch kaufte, den Fernsehturm, das Geschäft, in dem ich das Buch aus einer Wühlkiste zog. Thomas Mann schrieb das Buch als Tagebuch-Bericht einer Amerika-Reise, die er mit dem Schiff 1934 unternahm, mitten in der deutschen Wirtschaftskrise, das grosse Unheil zieht schon herauf. Er denkt nach in diesem Text, über sich selbst, über das Meer, über Amerika, über Europa und vor allem: über den Roman „Don Quijote“. Ich lese das Buch, begleite ihn beim Nachdenken, tauche in eine Schiffsreise aus dem Jahr 1934 ein. In dem Buch gibt es alle paar Seiten ein Foto – ein Bild und die Geschichte von besonderen Schiffen, die zwischen Europa und Amerika verkehrten. Die meisten waren zuerst Passagierschiffe, dann Kriegsschiffe, wurden zerstört, wieder hergerichtet, verkauft, sind zurück gekehrt, versanken oder wurden abgewrackt. Jedes von ihnen eine Geschichte für sich selbst. Ein Buch voller Erinnerungen auf vielen Ebenen.