Noch einmal Christa Wolf. „Nachdenken über Christa T.“ Ich habe es mir aus der Bücherei ausgeborgt. Es ist die Ausgabe für „Bundesrepublik Deutschland, Westberlin, Österreich und die Schweiz“ aus dem Luchterhand Verlag von 1969. Liest man es zu Ende und blättert noch einmal um, steht da: „Herstellung im Karl-Marx-Werk, Pößneck (DDR)“
Es ist ein besonderes Buch, es atmet Geschichte, jüngste Geschichte, aber doch schon so weit weg. Für mich ist es ein faszinierendes Buch, weil es sprachlich ganz besonders ist, ein Sprach-Sog, dem ich mich nicht entziehen kann.
Es ist ein besonderes Buch, weil es eine besondere Geschichte hat, es gibt ein ganzes Buch über sein Erscheinen oder Fast-Nicht-Erscheinen in der DDR; es ist auch ein Buch über das Schreiben, darüber, was Schreiben bedeuten kann.
Es ist ein Buch, das sich auf vielen Ebenen lesen lässt. Ich werde es in die Bücherei zurück bringen, dort wird es weiterhin auf seinem angestammten Platz stehen, in meinem Kopf werde ich es bei mir behalten.